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Samstag 5 Juni 2021

Hochbeet bepflanzen

Du möchtest mit Gemüse, Kräutern, Gräsern oder Blumen dein Hochbeet bepflanzen?

Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten von Gewächsen. Dieser Ratgeber stellt dir die Möglichkeiten für Nutz- und Zierpflanzen in einem Hochbeet vor.

 

Wie kannst du ein Hochbeet bepflanzen?

Wenn du jetzt denkst, du pflanzt einfach eine riesige Menge Radieschen, weil du die so gerne isst, ist das ein falscher Ansatz: 

Auch bei einem Hochbeet sollte die Fruchtfolge eingehalten werden, d. h. im ersten Jahr Starkzehrer pflanzen, im zweiten Mittelzehrer und im dritten Schwachzehrer (da kommen dann die Radieschen endlich zum Zug!).

Ein richtig aufgebautes Hochbeet auf dem Balkon oder im Garten bietet gute Bedingungen für den Anbau von Nutz- und Zierpflanzen. Welche Pflanzen du in dem Beet anpflanzt, hängt in erster Linie von deinen Wünschen ab. Ob Gemüse wie Kohlrabi, Tomaten und Karotten, Früchte wie Erdbeeren oder einfach attraktive Blumen oder Mischkulturen. Vieles ist möglich, solange sich die Pflanzen nicht gegenseitig beim Wachstum stören.

Konzeptionell bietet das Hochbeet den Vorteil der Eigenschaft der Eigenwärme, damit kannst du mit dem Anbau schon im Frühjahr starten und das Beet bis in den Herbst nutzen. Je nach Pflanzenart und deren Erntezeiten kannst du die Bepflanzung im Laufe des Jahres ändern und das Hochbeet nach der Ernte für einen neuen Anbau herrichten und nutzen.

Es ist wichtig, dass die Pflanzen miteinander harmonieren und richtig gepflegt werden. Sowohl bei Nutz- als auch bei Zierpflanzen unterscheidet man je nach Nährstoffbedarf zwischen Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern. Diese Unterteilung spielt bei der Bepflanzung eine wichtige Rolle.

 

Bepflanzung eines Hochbeetes mit Gemüse und Kräutern

Wenn du deine Nutzpflanzen im Hochbeet nicht jedes Jahr düngen möchtest, beachte den Verbrauch der Nährstoffe der angebauten Pflanzen. Durch die Art der Beetfüllung mit verschiedenen Materialschichten bietet das Beet in den ersten Jahren ausreichend Nährstoffe, die stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Kohl, Lauch und Sellerie optimal versorgen. Andere Gemüsesorten wie Zucchini, Karotten, Bohnen sowie Zuckererbsen fühlen sich gut aufgebhoben im Hochbeet. Zwischen das Gemüse – zum Beispiel zwischen Gurken – kannst du auch Kräuter pflanzen. Die Mischkultur mit intensiven Düften wehrt Schädlinge ab und du erhältst eine ergiebigere Ernte.

In den Folgejahren finden dann Schwachzehrer wie Spinat, Erdbeeren und Salat in der Erde gute Bedingungen und ausreichend Nährstoffe vor.

 

Welches Gemüse gehört zu den einzelnen Gruppen?

Diese Aufstellung hilft dir dabei, dein Gemüse zur richtigen Gruppe zuzuordnen. Die Grenzen sind jedoch manchmal fließend, je nach Quelle kann eine Gemüseart auch einer anderen Gruppe zugeordnet sein.

 

Starkzehrer

 

Mittelzehrer

 

Schwachzehrer

 

Brokkoli

Kohlrabi

Knoblauch

Blumenkohl

Fenchel

Radieschen

Gurken

Möhren

Rukola

Kohl

Knoblauch

Kräuter

Rosenkohl

Rettich

Erbsen

Tomaten

Salat

Bohnen

Sellerie

Spinat

Kresse

Kürbis

Zwiebeln

 

Rhabarber

Porree

 

Zucchini

Mangold

 

Kartoffeln 

Paprika

 

Lauch

Erdbeeren

 

 

Fruchtfolge und Fruchtwechsel im Hochbeet

Im ersten Jahr solltest du Starkzehrer auspflanzen wie Kürbis, Melone, Paradeiser, Gurken, Lauch, Kohl, Sellerie, Brokkoli, Wirsing, Kartoffeln, Kürbis und Zucchini. Sie haben ihre Namen, weil sie aus dem nährstoffreichen Boden besonders viel Nitrat ziehen.

Mittelzehrer sind im zweiten Jahr ideal. Dazu zählen Fenchel, Karotten, Mangold, Knoblauch, Kohlrabi, Paprika, Rettich, Salat, Zwiebeln, Mangold und Spinat.

Im dritten Jahr pflanzt du am besten Schwachzehrer wie Radieschen, Kresse, Kräuter, Buschbohnen Rukola und Erbsen. Würdest du sie früher einsetzen, würden sie zu viel Nitrat im Boden anreichern.

Ideal ist es, wenn du die Bepflanzung jährlich wechselst und auf keinen Fall eine Gemüseart derselben Familie im nächsten Jahr wieder an dieselbe Stelle setzt. Achte auf den Pflanzabstand, damit sich deine Pflanzen bestmöglich entfalten und sich nicht gegenseitig die Nährstoffe entziehen.

Verschiedene Gemüsearten können sich gegenseitig im Wachstum fördern oder Schädlinge fernhalten. Deshalb werden diese im Sinne der Mischkultur gerne nebeneinander angepflanzt. Welche Kulturen Vorteile aus einer Nachbarschaft im Hochbeet ziehen und welche Gemüsearten nicht gut miteinander auskommen, kannst du folgender Tabelle entnehmen.

 

Mischkulturtabelle für Gemüse

  • Grün: Diese Arten fördern sich gegenseitig
  • Rot: Diese Arten vertragen sich nicht
  • Ohne Farbe: Keine Wirkungen zwischen den Arten; können ohne Probleme nebeneinander angebaut werden

Es gibt einige Pflanzen, die besonders gut nebeneinander harmonieren und ihr Wachstum begünstigen:

  • Häuptelsalat und Spinat
  • Gurken/Zucchini und Basilikum
  • Petersilie neben Erdbeeren
  • Kohlarten in Kombination mit Sellerie und Tomaten

Pflanze bitte niemals Salat und Petersilie nebeneinander bzw. auch Kohlsorten fühlen sich nebeneinander nicht wohl.

 

Ideen für produktive Fruchtfolgen

  • 1. Jahr: Fenchel, Kürbis, Zucchini
  • 2. Jahr: Gurke, Rote Beete, Kohlrabi
  • 3. Jahr: Karotten, Dill, Zwiebel, Mangold
  • 4. Jahr: Radieschen, Salat, Erbsen
  • 5. Jahr: Optionale Anbaupause, Auffrischung der Erde

 

Weitere Tipps für das Hochbeet mit Gemüse

  • Pflanze eine Gemüseart nie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an.
  • Pflanze zwei Gemüsearten derselben Pflanzenfamilie nie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an. Die Pflanzenfamilie des Gemüses steht in der Regel auf der Samentüte.
  • Willst du die Pflanzung nicht nach dem Nährstoffverbrauch ausrichten, verringere die Dichte der Pflanzen oder erhöhe die Menge des Düngers.
  • Neben dem Nährstoffverbrauch beachte bei der Auswahl der Pflanzen, dass sich bestimmte Arten gegenseitig fördern.
  • Halte die Pflanzzeiten ein: Frühjahrssalate können zum Beispiel ab Mitte März in das Hochbeet, Sommersalate ab Mitte Mai. Bei den Herbstsalaten wartest du am besten bis Ende Juli.
  • Wichtig ist auch, dass jede Pflanze genügendPlatz zum Wachsen hat. Die Angaben zum benötigten Bereich findest du auf der jeweiligen Verpackung oder dem Pflanztopf.

 

Hochbeet ganzjährig bepflanzen

Wie lässt sich ein Hochbeet ganzjährig bepflanzen?

Für jede Jahreszeit gibt es die passende Bepflanzung zu deinem Hochbeet. Nachdem du im Frühling erste Gemüse- und Salatsorten angezogen, ausgepflanzt und vor Frost mit einem Vlies geschützt hast, brauchen Obst und Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Kräuter in der Wachstumsphase im Sommer reichlich Wasser und etwas Pflege. Dazu gehört das regelmäßige Unkraut jäten. Im Herbst erntest du das Beet ab, um danach Gemüse wie Kohl und Porree anzubauen. Diese Gemüsesorten kannst du den ganzen Winter hindurch stehen lassen und ernten.

Was es in jeder Jahreszeit genau zu tun gibt, erfährst du im Folgenden.

 

Frühling – Hochbeet befüllen, Anzucht und Aussaat

Ab März startet die Gartensaison. Im Vorfrühling beginnst du damit, das Hochbeet vorzubereiten und zu befüllen. Hierzu füllst du schichtweise Erde in das Beet ein. Beginne mit einer durchlässigen Schicht aus grobem Material. Hierzu eignen sich Äste und Laub. Darauf kommt eine Schicht aus grober Komposterde. Auf die Komposterde füllst du Pflanzerde ein. Ganz zum Schluss verteilst du eine Schicht reifen Humus.

Durch die Aufschichtung und die damit einhergehender Verrottung erhält dein Beet für das Jahr fruchtbaren Boden. Der Humus liefert zusätzliche Nährstoffe, sodass du kaum düngen musst. Wenn du in deinem Hochbeet Obst und Gemüse anbauen möchtest, empfehlen wir, falls nötig, einen Bio-Dünger zu verwenden.

In das vorbereitete Hochbeet setzt du im Frühjahr die ersten Setzlinge ein. Dazu zählen u.a. die Gemüsesorten wie Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Möhren und Mangold. In kalten Nächten solltest du die Setzlinge noch mit Vlies abdecken, um Kälteschäden vorzubeugen. 

Ende März beginnt der Erstfrühling, der bis Anfang Mai andauert. Spätestens jetzt gilt es, Fruchtgemüse wie Gurken und Kürbisse anzuziehen. Auch Radieschen, Erbsen und Möhren sind jetzt bereit für die Aussaat und du kannst Blattsalat auspflanzen. Halte aber noch immer das Vlies für kalte Nächte und Tage bereit. 

Schließlich beim einsetzenden Vorfrühling im Mai, ist die Zeit reif, das Fruchtgemüse auszupflanzen und Kräuter in das Beet zu setzen. Schütze die Jungpflanzen in den kalten Tagen und Nächten nach wie vor mit Vlies.

 

Sommer – gießen, pflegen, düngen

Im Juni läutet der Frühsommer die warme Jahreszeit ein. Jetzt ist es an der Zeit, Auberginen, Zucchini und Kürbisse auszupflanzen. Außerdem führst du bei Bedarf den Tomaten und Paprika mit Dünger wertvolle Nährstoffe für das Wachstum hinzu.

Im Hochsommer von Ende Juni bis Anfang August benötigen die Pflanzen im Hochbeet regelmäßig Wasser. Prüfe die Gemüsepflanzen regelmäßig auf Schädlinge. Zu dieser Jahreszeit bieten sich für die Aussaat die Sommersalate an. 

Im August klingen mit dem Spätsommer die warmen Tage langsam aus, deshalb ist jetzt der letzte Pflanztermin für Erdbeeren gekommen. Zudem bieten sich die letzten warmen Tage an, um Wintersalate und Kohlsorten zu pflanzen sowie Spinat und Radieschen auszusäen.

 

Herbst – Erntezeit

Im September werden die Tage und Nächte wieder kühler, jetzt können die Kräuter geerntet werden. Nutze die freiwerdende Fläche im Beet für die Aussaat von Feldsalat und Spinat. Diese sind kälteresistent und können auch zu dieser Jahreszeit noch ausgesetzt werden. 

Wenn Ende September der Vollherbst beginnt, der meist bis Anfang November andauert, ist die Zeit reif, Auberginen und Tomaten abzuernten. Nun gilt es, das Hochbeet von Unkraut zu befreien und Gründüngung auszubringen, um dem Boden frische Nährstoffe zuzuführen. 

Doch selbst wenn mit dem Spätherbst im November die kalte Jahreszeit näher rückt, kannst du mit einem Frühbeetaufsatz noch Wirsing, Grünkohl, Porree und Rosenkohl heranziehen. Das Wintergemüse lässt sich bis in den Januar hinein ernten. 

 

Winter – Hochbeet Winterfest machen und die nächste Saison planen

In den darauffolgenden Wintermonaten (Dezember, Januar und Februar) solltest du das Hochbeet abdecken, um es vor Frost zu schützen. Hierfür bietet sich ein Frühbeetaufsatz an, der auch die späte Ernte von Grünkohl, Porree und Rosenkohl ermöglicht. Nachdem du dein Hochbeet winterfest gemacht hast, kannst du die nächste Hochbeetsaison planen.

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